«Tormaschine» van Nistelrooy auf Rekordjagd

«Tormaschine» van Nistelrooy auf Rekordjagd
«Tormaschine» van Nistelrooy auf Rekordjagd
ManU-Stürmer Ruud van Nistelrooy im Torjubel.

Hamburg (dpa) – Raul kam dem Torrekord von Fußball-Legende Alfredo di Stefano ganz nah, doch in den Blickpunkt schoss sich Ruud van Nistelrooy. Als vierter Spieler überhaupt schaffte der niederländische Nationalstürmer vier Tore in einem Champions- League-Spiel.

Die britische Tageszeitung «The Sun» kürte ihn dafür zur «unstoppbaren Tormaschine». Seine eindrucksvolle Bilanz für Manchester United schraubte van Nistelrooy auf 35 Tore in 36 Europapokalspielen.

«Er gehört zu den allerbesten Vollstreckern, die ich je gesehen habe», adelte Trainer Sir Alex Ferguson den 28-Jährigen nach der 4:1- Gala gegen Sparta Prag und hob ihn auf eine Stufe mit den Allergrößten: Gerd Müller, Johan Cruyff und di Stefano.

Durch seine vier Treffer stellte van Nistelrooy die Bestmarke von vier Toren in einem Spiel ein, die vor ihm nur Dado Prso, Marco van Basten und Simone Inzaghi erreicht hatten. Zugleich löste er mit sieben Toren den Bremer Ivan Klasnic (5) als Führenden der Torschützenliste ab.

Mit insgesamt 41 Champions-League-Toren könnte der Niederländer dem Spanier Raul (48) auf dessen Jagd nach dem Rekord von di Stefano, der seit den 60er Jahren mit 49 Toren erfolgreichster Angreifer im Landesmeister-Cup ist, gefährlich werden. «Darum geht es nicht wirklich. Für mich ist es einfach großartig, im Old-Trafford-Stadion zu spielen», behauptete Van Nistelrooy, der in 155 Spielen für Manchester 119 Tore erzielte.

Im Jubel um den Niederländer ging fast unter, dass Olympique Lyon im zweiten Spiel der Gruppe D durch ein 4:2 über den von Christoph Daum trainierten türkischen Champion Fenerbahce Istanbul ebenso wie der FC Chelsea, Inter Mailand und Juventus Turin vorzeitig ins Achtelfinale vorstieß. «Wir haben so ein gutes Spiel gemacht und stehen trotzdem mit leeren Händen da», sagte Daum, der mit Fenerbahce nur noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale hat. «Ich bin zuversichtlich, dass wir aus der Champions League wichtige Erfahrung in die Meisterschaft hinein nehmen», meinte der Coach. Erst in der Nachspielzeit mussten die Türken den K.o. durch den eingewechselten Nilmar (90.+4/90.+6) hinnehmen.

Das Star-Ensemble von Real Madrid hatte es vor allem Raul zu verdanken, dass die von der Sportzeitung «As» als «Pirouette auf dem Drahtseil» beschriebene Vorstellung bei Dynamo Kiew nach einem 0:2- Rückstand noch 2:2 ausging. «Real war schon kaputt, aber dann zog Raul seine Trümpfe aus dem Ärmel und führte das Team zum Remis», analysierte «Marca». Nach dem 1:2 durch den 27-Jährigen schaffte Luis Figo den Ausgleich per Foulelfmeter. Für diese – absolut richtige – Entscheidung erhielt Schiedsrichter Kyros Vassaras nach dem Spiel das Trikot von Roberto Carlos. «Er hatte es sich verdient, denn er hatte einen Elfmeter für uns gegeben», meinte der Brasilianer.

In Gruppe A hat Nationalspieler Dietmar Hamann mit dem englischen Rekordmeister FC Liverpool durch ein 1:0 bei Deportivo La Coruna die Tabellenspitze erklommen. «Das war unsere beste Leistung, seit dem ich die Mannschaft im Sommer übernommen habe», sagte Liverpools spanischer Trainer Rafa Benitez. Das Spiel in seinem Heimatland wurde durch ein Eigentor von Jorge Andrade entschieden. «Es ist nicht angenehm, gegen Freunde zu gewinnen», fand Benitez. Ein Lob erteilte er Hamann, der in dieser Saison seinen Stammplatz bei den «Reds» zeitweise verloren hatte: «Es war wichtig für Igor Biscan und Didi Hamann gut zu spielen – und sie taten es.»