«Löwen» nach Rehmer-Verstoß verärgert

«Löwen» nach Rehmer-Verstoß verärgert
«Löwen» nach Rehmer-Verstoß verärgert
Karl Auer lächelt 2003 bei einer Pressekonferenz in München vor dem Vereinslogo.

München (dpa) – Bei Absteiger TSV 1860 München herrscht nach dem «Fall Marko Rehmer» Verärgerung. Die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Fußball-Bundesliga am «Grünen Tisch» haben die Münchner aber nicht.

Der TSV 1860, der am 15. Mai der Gegner von Hertha BSC war, sei in der Angelegenheit nicht fair behandelt worden, meinte «Löwen»-Präsident Karl Auer Münchner Medien im Trainingslager in Sterzing/Südtirol und sagte auf dpa-Anfrage: «Eine Klage hat keinen Sinn.»

Nach Gesprächen mit dem Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Wilfried Straub, sowie mit Rainer Koch, dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts, sahen die Münchner von weiteren Maßnahmen ab und teilten in einer Erklärung mit: «Demnach liegt kein Dopingfall, sondern lediglich ein Verstoß gegen die Anmeldepflicht des eingenommenen Mittels vor. Für diesen Verstoß ist nur der Spieler Marko Rehmer verantwortlich und nicht der Verein Hertha BSC Berlin.»

Zuvor hatte Auer einen Zeitungsbericht dementiert, wonach sich die «Löwen» zurück in die erste Liga klagen wollen: «Das stimmt nicht.» Konsequenzen aus dem Fall hatten die Münchner zunächst dennoch ziehen wollen. «Wir werden uns mit der DFL in Verbindung setzen und um Aufklärung bitten, wieso wir da so spät oder gar nicht informiert worden sind. Das sind die Fragen, die wir stellen werden», hatte Auer angekündigt. «Verärgerung herrscht über den Zustand, dass wir nicht zuerst unterrichtet worden sind. Und nicht von der DFL, sondern über die Presse. Das finde ich persönlich nicht ganz angebracht.»

DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub bestätigte ein Gespräch mit Auer, jedoch verwies er den 1860-Präsidenten an den DFB. «Ich habe ihm mitgeteilt, dass die DFL nicht der richtige Ansprechpartner ist. Es gibt eine Gewaltentrennung. Zuständig ist der DFB- Kontrollausschuss», sagte Straub der dpa. Wenn es atmosphärische Probleme geben sollte, könne er gerne als Vermittler auftreten, so Straub. Aber in der Sache selbst könne er sich nicht äußern.

Marko Rehmer vom Berliner Bundesligisten Hertha BSC war am 15. Mai bei der Doping-Kontrolle nach dem Spiel beim TSV 1860 (1:1) positiv auf die Substanz Betamethason getestet worden. Diese gehört zwar nicht zu den verbotenen Substanzen, jedoch muss die Einnahme beim DFB gemeldet werden. Weil das nicht geschehen war, sperrte das DFB-Sportgericht den Nationalspieler für neun Bundesliga-Spiele.

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