Krawalle und Vandalismus in Rom – Kritik an Eintracht-Fans

Krawalle und Vandalismus in Rom – Kritik an Eintracht-Fans
Bildhinweis: Polizisten sichern in Rom den Block der Fans von Eintracht Frankfurt. Foto: Arne Dedert

Rom (dpa) – Eintracht-Vorstand Axel Hellmann übte heftige Kritik am unrühmlichen Krawallauftritt einiger Frankfurter Fans, Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi erhob schwere Vorwürfe gegen die Randalierer.

Aggressive Krawallmacher unter den rund 9000 mitgereisten Eintracht-Fans haben einen hässlichen Schatten auf die historische Erfolgsserie des hessischen Fußball-Bundesligisten mit sechs Siegen in der Europa League geworfen. «Hooligans aus Deutschland haben heute Abend im Grunde Teile unserer Stadt geplündert und verwüstet», klagte Raggi in einer italienischen Talkshow. «Fans wollen wir, Bestien nicht.»

Einige Hundert Problemfans lieferten sich schon vor dem Anpfiff der Partie bei Lazio Rom (2:1 für Frankfurt) Scharmützel mit der Polizei und provozierten während des Spiels mit dem Zünden von Pyrotechnik. Polizeieinheiten waren daraufhin im Innenraum des Stadio Olimpico aufmarschiert. «Eine kleine Gruppe hat das Spiel missbraucht, um ihre private Auseinandersetzung mit Lazio Rom zu führen», kritisierte Hellmann.

Der Eintracht-Vorstand rechnet mit einer Strafe durch den Europa- Verband UEFA. «Diese kleine Gruppe nimmt alle anderen Fans in Sippenhaft, was die Wahrnehmung und Stimmung betrifft. Das schadet Eintracht Frankfurt extrem.» Auch Kapitän Marco Russ war entrüstet: «Im Endeffekt werden nicht die handelnden Personen bestraft, sondern der Verein und 99,8 Prozent der anderen Fans.»

Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden sechs Eintracht-Fans festgenommen. Einer davon, weil er die Barrikaden zum Spielfeld durchbrechen wollte, teilte die Polizei mit. Acht weitere Deutsche und ein Italiener seien vorübergehend festgesetzt worden, weil sie Brandkörper oder Drogen ins Stadion schmuggeln wollten. In einem Supermarkt stahlen mehrere Fans nach Angaben der Polizei Alkohol und Lebensmittel. Bilder zeigten zudem eine vollkommen vermüllte Piazza del Popolo im Zentrum der Stadt.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete am Freitag, dass zwei deutsche Fans nach dem Spiel von Lazio-Anhängern verprügelt worden seien und im Krankenhaus behandelt werden mussten. Im Vorfeld hatte es Warnungen vor Ausschreitungen gegeben, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Stadt hat schlechte Erfahrungen mit Fußballfans: Im Jahr 2015 hatten Hooligans des niederländischen Clubs Feyenoord Rotterdam den historischen Platz vor der Spanischen Treppe verwüstet.

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