Köln strebt sofortigen Wiederaufstieg an

Köln strebt sofortigen Wiederaufstieg an
Köln strebt sofortigen Wiederaufstieg an
Trainer Marcel Koller steht gestikulierend am Spielfeldrand.

Köln (dpa) – Als Trude Herrs bewegendes Abschiedslied durch die Arena klang, war den Fußball-Profis des 1. FC Köln überhaupt nicht nach Tränen zumute. «Niemals geht man so ganz» – das ist nach drei bitteren Gängen in die 2. Liga innerhalb von nur sechs Jahren fast schon Gewohnheit.

«Sollen wir jetzt alle weinen? Gegen Aue? Da muss man durch. Nächstes Jahr spielen wir wieder gegen Bayern München», meinte Jungstar Lukas Podolski und blickte mit der Unbekümmertheit eines 18-Jährigen in die nahe Zukunft. Und die ist in den Köpfen der Spieler und Verantwortlichen deutlich abgesteckt: «Klar, wir wollen und werden wieder aufsteigen, da lege ich mich fest», gab FC-Manager Andreas Rettig die Richtung vor.

Die Gegenwart indes sieht trist aus, speziell für Trainer Marcel Koller. 13 Punkte holte die Mannschaft in den 20 Spielen, für die der 43-jährige Schweizer die sportliche Verantwortung trägt. «Für uns ist es gelaufen», stellte Koller am Samstag nach der den Sturz in die Zweitklassigkeit bedeutenden 1:2-Heimniederlage gegen Bayern München fest. Indes hatte man sich beim FC mit dem Abstieg längst abgefunden.

«Man konnte sich ja ein paar Wochen vorbereiten. Es ist ja nichts Überraschendes», fand Abwehrspieler Alexander Voigt passende Worte für die Situation: Die Floskeln von der «theoretischen Chance», die bis zum Tag der Arbeit 2004 am Geißbockheim Woche für Woche gepredigt wurden, konnte keiner mehr hören. Doch schon unmittelbar nach dem besiegelten Abstieg war gleich von der Rückkehr die Rede: «Es gibt kein anderes Ziel als den sofortigen Wiederaufstieg», betonte Voigt.

Dass der FC sportlich zu den «Fahrstuhlteams» zwischen 1. und 2. Liga gehört, ist Fakt. Dass die Möglichkeiten in Müngersdorf deutlich größer sein sollten, steht eigentlich auch fest. Ein Etat von rund 40 Millionen Euro, ein perfektes neues Stadion, gute Sponsoring-Partner und ein Publikum, das seinesgleichen sucht – den Klassenverbleib hatten sie zu Saisonbeginn im Grunde fest einkalkuliert.

Doch dann lief zumindest auf dem Rasen fast alles schief. Viele Verletzte, unglückliche Niederlagen, dann die Trennung von Trainer Friedhelm Funkel Ende Oktober, als noch nichts verloren war. Doch der zum «Retter» auserkorene Koller scheiterte an seiner Mission, das Gros der FC-Profis war über die gesamte Saison nicht erstliga- tauglich, dem Neuen fehlte jegliches Fortune und oftmals auch das Geschick, die richtigen Maßnahmen innerhalb des Teams zu ergreifen. Das Hin und Her zwischen Koller und dem langjährigen Spielführer Dirk Lottner endete mit dessen Wechsel zum MSV Duisburg, mit dem er in der kommenden Zweitliga-Saison wieder in Köln auftauchen wird.

Jetzt backen die Kölner kleinere Brötchen, der Etat für 2004/2005 liegt bei 24 Millionen Euro – so viel, wie der West-Konkurrent VfL Bochum aktuell zur Verfügung hat und damit kurz vor einer UEFA-Cup- Teilnahme steht. Immerhin ist es Rettig und dem designierten FC- Präsidenten Wolfgang Overath gelungen, um die Leistungs- und Hoffnungsträger wie Torhüter Stefan Wessels, Podolski und den gleichfalls erst 18-jährigen Lukas Sinkiewicz ein Team zu formen, das in der Lage sein sollte, 2005 tatsächlich wieder gegen Bayern München antreten zu dürfen. «Um diese Mannschaft sieht es nicht schlecht aus», glaubt Koller, der an dieser Aussage gemessen werden wird.

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