BVB greift nach der Herbstmeisterschaft

BVB greift nach der Herbstmeisterschaft
Bildhinweis: Trainer Lucien Favre (M.) steht mit Borussia Dortmund vor dem Gewinn der Herbstmeisterschaft. Foto: Bernd Thissen

Dortmund (dpa) – Lucien Favre war sprachlos. Auf die Frage nach einer Meisterprämie in seinem Vertrag reagierte der Trainer von Borussia Dortmund mit einem ungläubigen Kopfschütteln – und blieb die Antwort schuldig.

Hilfesuchend ging sein Blick zu Sitznachbar Michael Zorc, der dem Thema ebenfalls nichts abgewinnen konnte. «Nächste Frage», entgegnete der BVB-Sportdirektor kurz und bündig. Ähnlich einsilbig reagierte Zorc auf den Hinweis, dass die Borussia mit einem Sieg am Samstag über Werder Bremen (18.30 Uhr) bereits am drittletzten Hinrundenspieltag die Herbstmeisterschaft perfekt machen kann. «Das ist ein Titel, der kein Titel ist.»

Über die Aussicht, zum vierten Mal nach 1994/95, 1995/96 und 2010/11 die Hinrunde auf Rang eins abzuschließen, reden die Dortmunder allenfalls nur beiläufig. Ähnlich zurückhaltend wie Zorc reagierte Hans-Joachim Watzke. «Das ist ein Titel, für den du nichts kriegt. Aber ihn zu haben, ist psychologisch nicht so schlecht», befand der Geschäftsführer.

Schließlich dürfen sich Herbstmeister – zumindest statistisch gesehen – große Hoffnungen auf das Happy End machen. In immerhin 38 von 55 Fällen gewannen sie auch den Titel. Für den BVB wäre das Überwintern als Tabellenführer ohnehin ein gutes Omen: In allen drei bisherigen Fällen landete die Schale später in der Revierstadt.

Kaum vorstellbar, dass der seit 14 Meisterschaftsspielen ungeschlagene Spitzenreiter seinen komfortablen Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach (7 Punkte) und den Dritten FC Bayern München (9) noch verspielt. Zumal es Favre immer wieder aufs Neue zu gelingen scheint, seine Profis von Träumereien abzuhalten und auf den nächsten Gegner einzuschwören. «Wir müssen uns jetzt nur total auf Bremen konzentrieren. Das ist alles, was zählt», kommentierte der Fußball-Lehrer.

Dem 61 Jahre alten Schweizer scheint im Moment fast alles zu gelingen. Selbst seine mutige XXL-Rotation beim 2:0 am Mittwoch in Monaco verhalf seinem Team dank der Schützenhilfe von Brügge gegen Atlético Madrid (0:0) doch noch zum Gruppensieg in der Champions League. Die neun dabei fehlenden Profis tankten Kraft für den Endspurt bis Weihnachten mit den Partien gegen Bremen, Düsseldorf (Dienstag) und Verfolger Mönchengladbach (Freitag). «Das sind drei Spiele mit einer schwierigen Taktung», warnte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Im Idealfall ist der BVB bereits vor dem Anpfiff des Topspiels am Abend gegen Bremen Herbstmeister. Und zwar dann, wenn der FC Bayern am Samstagnachmittag in Hannover nicht gewinnt und Mönchengladbach in Hoffenheim verliert. Von solchen Rechenspielen hält Zorc jedoch wenig. «Es ist positiv überraschend, dass wir da stehen, wo wir stehen», sagte er. «Aber wir sind mit kleinen Schritten dahin gekommen. Fragen zur Meisterschaft oder nach der Herbstmeisterschaft bringen uns nicht weiter.»

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