Braunschweig und Bielefeld kommen durch Unentschieden nicht von der Stelle

Braunschweig und Bielefeld kommen durch Unentschieden nicht von der Stelle
Braunschweigs Jan Hochscheidt (r) und der Bielefelder Konstantin Kerschbaumer beim Zweikampf. Foto: Peter Steffen

(von unserem Autor Juro)
Am viertletzten Spieltag der 2. Liga gelang Eintracht Braunschweig vor eigener Kulisse im Abstiegskampf kein Befreiungsschlag gegen Arminia Bielefeld, die auf ihrer Seite wohl durch das 0:0-Unentschieden auch die letzte Chance auf den Aufstiegs-Relegationsplatz verspielte. Vor 22.300 Zuschauern im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße gab es trotzdem ein attraktives und spannendes Spiel, in dem die engagierten Braunschweiger mehrere Großchancen ungenutzt ließen und Bielefeld nur bis zum Strafraum der Löwen spielerisch zu gefallen wusste.

Braunschweigs Coach Lieberknecht zeigte sich nach dem Remis in Darmstadt mit der Leistung seines Teams zufrieden, nahm aber gegen die Ostwestfahlen trotzdem zwei Änderungen vor. Als rechten Verteidiger brachte er diesmal Becker für Sauer, der nach den letzten Spielen viel Kritik einstecken musste. Den Sechser Schönfeld ließ er ebenfalls auf der Bank, um mit Teigl einen flinken Angreifer neben seinen Stoßstürmer Hofmann zu stellen. Da sich auf Bielefelder Seite in der Verteidigung Börner verletzt hatte, kam nach dem überzeugenden Heimsieg gegen Aue in der Innenverteidigung diesmal Salger zum Zug.

Offensiver Beginn der Eintracht

Die Eintracht begann das Spiel druckvoll und zeigte offensichtlich, an diesem Spieltag drei Punkte einfahren zu wollen. Bielefeld war auf Sicherheitsspiel bedacht, zeigte sich aber hin und wieder unkonzentriert. So konnte bereits in der fünften Minute der Löwen-Stürmer Hofmann allein auf den Arminia-Keeper Ortega zulaufen, brauchte aber zu lange für einen erfolgreichen Abschluss. So konnte er im letzten Moment noch entscheidend durch die Bielefelder Defensive gestört werden. Trotzdem hätte früh eine verdiente BTSV-Führung fallen können. Denn nach einer Hochscheidt-Ecke von rechts köpfte Tingager – frei im Strafraum stehend – in den rechten Torwinkel. Doch Ortega brachte den Ball noch mit einer eindrucksvollen Parade um den Pfosten (07. Spielminute). Drei Minuten später war dann der pfeilschnelle Braunschweig-Linksaußen Abdullahi rechts im Strafraum nach einem Alleingang frei vor Ortega. Der Keeper war wiederum ganz stark zur Stelle und verhinderte einen ersten Torerfolg.

Bielefeld zeigte deutlich Furcht vor dem Braunschweiger Umschaltspiel, bei dem sich im Mittelfeld immer wieder Hochscheidt mit feinen Pässen auszeichnete. So stand die Eintracht-Defensive vor keinen großen Bewährungsproben, da auch die Bielefelder Spitze Voglsammer einen schlechteren Tag erwischt hatte. Allerdings konnte sich sein Nebenmann in der Spitze – Kapitän Klos – in der 15. Minute auszeichnen. Nach einem unglücklichen Kopfball vom BTSV-Linksverteidiger Reichel, der zur Vorlage geriet, schoss Klos das Spielgerät aber über die Latte des Löwen-Tors (15. Minute). Danach verflachte das Spiel etwas, auch Braunschweig hatte nicht mehr den anfänglichen Schwung zu bieten. So kam es nur noch zu wenigen Torgelegenheiten. Die letzte große Chance in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bot sich dann unverhofft den Ostwestfahlen. Nach einer feinen Bielefelder Flanke drückte Klos das Leder per Kopf über die Linie, stand aber deutlich im Abseits. Nach dieser Schrecksekunde für die Löwen ging es in die Kabine, ohne dass die Zuschauer in Halbzeit 1 für eines der Teams jubeln konnten.

Die zweite Halbzeit bot zu Begin gleich die erste hochkarätige Chance für Abdullahi, der links im Strafraum erneut frei auf Keeper Ortega durchlaufen konnte, nachdem er Weigelt ausgespielt hatte. Doch der Bielefelder Schlussmann rettete seinem Team erneut das torlose Unentschieden. Danach bekam Bielefeld für eine Zeit mehr und mehr die spielerische Oberhand im Spiel und generierte auch eigene Torchancen. Zwei Gelegenheiten gab es für Vogelsammer, der aber in der 54. und 65. Minute kein Zielwasser getrunken hatte und mehr oder weniger deutlich verzog. In der 60. Minute schoss Kerschbauer gefährlich auf das Tor von Löwen-Torwart Fejzic, der aber zur Stelle war.

Lieberknecht muß auf die Tribüne

Jetzt wurde das Spiel immer härter, beide Teams schenkten sich nichts. Der überforderte Schiedsrichter traf sehr oft fragwürdige Entscheidungen und brachte dabei Eintrachts Trainer Lieberknecht total aus der Fassung. Lieberknecht fand sich bald auf der Tribüne wieder (80.), beklagte bald auch einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem strittigen Foul am eingewechselten Löwen-Spieler Kumbela. In der 81. Minute hatte Arminia die größte Torchance der zweiten Halbzeit, als Mittelfeldmotor und Standard-Spezialist Schütz nach einem Freistoß nur die Latte vom Eintracht-Tor traf.

Viel mehr tat sich dann in der zweiten Halbzeit des Spiels nicht mehr, beide Teams mussten nun mit nur einem gewonnenen Punkt leben. Wobei Braunschweig besonders mit den vielen vergebenen Chancen hadern mussten, die bei 1:1-Situationen mit dem starken Bielefelder Torwart Ortega vorhanden waren.

Nach dem Spiel haderte Löwen-Trainer Lieberknecht besonders mit dem Schiedsrichter-Gespann des Spiels, wies besonders auf das Foul an Kumbela im Bielefelder Strafraum hin. Zudem wäre in einer spielentscheidenden Situation der durchgebrochene Hochscheidt wegen einer angeblichen Abseitsposition zurückgepfiffen worden – obwohl das Anspiel korrekt erfolgt sei. Allerdings erkannte er die Bielefelder Leistung an, beklagte aber die vielen vergebenen Großchancen seines Teams.

Die Eintracht muss nun beim Auswärtspiel in Nürnberg versuchen, einen notwendigen Befreiungsschlag zu landen. Bielefeld empfängt nächstes Wochenende das Schlusslicht aus Kaiserslautern, um mit einem Sieg eine letzte Minimalchance auf einen Aufstiegsplatz zu wahren.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Fejzic – Becker, Valsvik, Tingager, Reichel – Moll, Boland – Hochscheidt (87. Yildirim), Abdullahi (90. Biada) – Teigl, Hofmann (71. Kumbela)

Aufstellung Arminia Bielefeld:

Ortega – Dick, Weigelt, Salger, Hartherz – Prietl, Schütz – Massimo (60. Staude), Kerschbauer (75. Weihrauch) – Voglsammer (90. + 2 Hemlein), Klos

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