„Bester Weg“: Neue Chance für Böhme in Gladbach

„Bester Weg“: Neue Chance für Böhme in Gladbach

Jörg Böhme auf der Bank: Vor Spielbeginn gegen Wolfsburg im September.

Mönchengladbach (dpa) – Jörg Böhme sucht beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach eine neue sportliche Herausforderung. Das 30 Jahre alte «enfant terrible» verlässt den Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 und wechselt zum 1. Januar 2005 an den Niederrhein.

«Das ist der beste Weg für alle», sagte Schalkes Manager Rudi Assauer. Bei den Gelsenkirchenern hatte der zehnmalige Nationalspieler zuletzt nur noch auf der Bank oder der Tribüne gesessen. Bei der abstiegsbedrohten Borussia hat der Mittelfeldspieler einen Vertrag bis 2006 unterschrieben.

«Ich bin froh, dass es mit dem Wechsel geklappt hat und freue mich darauf, wieder spielen zu können. Borussia ist ein Traditionsverein mit einem tollen Stadion», sagte Böhme. «Ich hoffe, dass ich helfen kann, dass es in der Rückrunde sportlich besser läuft und der Verein seine Ziele erreicht.» Auch Gladbachs Sportdirektor Christian Hochstätter sieht der Zusammenarbeit optimistisch entgegen. «Jörg bringt Erfahrung mit, ich bin sicher, dass wir uns mit ihm im linken Mittelfeld verstärken», erklärte er.

Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber schlug man versöhnliche Töne an. «Der Wechsel ist die logische Folge der Gespräche und sportlichen Entwicklungen der vergangenen Wochen», sagte Schalkes Trainer Ralf Rangnick. Über eine Ablösesumme machte der Verein zunächst keine konkreten Angaben. «Wir reden ja nie über Geld, aber es wird irgendwann eine Ablöse fällig», meinte Assauer.

Böhme, der für Schalke 101 Bundesliga-Einsätze absolvierte und dabei 23 Tore erzielte, sah im Kader der Schalker keine Perspektive mehr auf einen Stammplatz. Am vergangenen Dienstag hatte er sich mit einer Nasennebenhöhlen-Entzündung für den Rest der Woche abgemeldet und so für Unverständnis bei Rangnick gesorgt: «Dass dem behandelnden Arzt schon am Montag bei der Untersuchung klar war, dass Jörg bis Sonntag nicht einsatzfähig ist, hat mich schon überrascht.»

Doch trotz einiger weiterer Eskapaden wie nächtlicher Disco-Besuche oder Verspätungen beim Training, die sich Böhme seit seinem Wechsel im Jahr 2000 von Arminia Bielefeld zum Revierclub geleistet hatte, betonten Rangnick und Assauer, dass man sich nicht im Streit trenne. «Ich hoffe, dass er in Gladbach oft spielen wird und die Fans dort begeistern wird», sagte Rangnick dazu. «Er hat Hervorragendes für uns geleistet, wir werden ihn gebührend verabschieden», betonte Assauer.

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