Völler will längere Auszeit nehmen

Völler will längere Auszeit nehmen
Völler will längere Auszeit nehmen
Rudi Völler, gestikuliert bei einer Pressekonferenz.

Berlin (dpa) – Rudi Völler schließt für die nächste Zeit sowohl eine neue Aufgabe beim DFB als auch ein Engagement bei seinem ehemaligen Club Bayer Leverkusen aus.

Der zurückgetretene Teamchef kündigte aus seinem Urlaubsort in Florida eine «längere Auszeit» an, er will sich in den kommenden Wochen ausschließlich seiner Familie widmen. Generell aber möchte Völler «im Geschäft bleiben, weil ich davon am meisten verstehe», sagte der 44-Jährige in einem Interview mit der «Bild am Sonntag». Dabei ließ er offen, ob als Trainer oder eher im Management. Nach 53 Spielen als DFB-Teamchef und dem EM- Vorrunden-Aus in Portugal hatte Völler seinen Rücktritt erklärt.

Einen Job in der Bundesliga wollte Völler für die Zukunft nicht ausschließen, allerdings sei die Richtung noch ungewiss. «Ich habe ja schon als Sportdirektor bei Bayer Leverkusen und Teamchef beim DFB gearbeitet. Daher werde ich mir nach einer längeren Auszeit genau überlegen, was ich tue», sagte Völler. Eine Rückkehr als Sportdirektor nach Leverkusen sei ja schon diskutiert worden: «Aber das ist zur Zeit kein Thema.» Der ehemalige Bayer-Manager Reiner Calmund hat seinen Freund Völler in den Urlaub in die USA begleitet.

Ausgeschlossen hat Völler einen Job als Manager beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). «Den habe ich doch schon zuletzt neben dem Teamchef auch ausgefüllt. Aber nun kann ich mir einen Job im Nationalelf-Bereich nicht vorstellen. Der neue Trainer plus Völler – das geht nicht», unterstrich der Weltmeister von 1990. Allerdings sicherte er seinem Nachfolger jede Unterstützung zu, schließlich habe er ja bereits die zweijährige Vorbereitungsphase auf die WM 2006 im eigenen Land geplant. Möglicherweise müsse sich der neue Bundestrainer einzelne Punkte noch einmal überlegen, beispielsweise ob er die für 2005 geplante Südamerika-Reise wirklich will.

Für Völler wäre Ottmar Hitzfeld der ideale Nachfolger bei der Nationalmannschaft: «Ottmar ist auf Grund seiner Erfolge, seiner Erfahrung, Titel und Art für die Nationalelf sicherlich eine sehr gute und logische Lösung, zumal er zu haben ist.» Er widersprach zudem Gerüchten, die DFB-Spitze habe nicht um ihn gekämpft. Sowohl Präsident Mayer-Vorfelder als auch Generalsekretär Horst R. Schmidt hätten in jener Nacht nach dem Ausscheiden versucht, ihn zum Weitermachen zu überreden. «Aber nachher waren meine Argumente für sie nachvollziehbar. Es war eine saubere und ehrliche Trennung», meinte Völler, der seinen Vertrag mit dem DFB bereits mündlich aufgelöst hat.

Völler bekräftigte die Gründe für seinen Rücktritt. «Als Nationalelf-Trainer musst du auch bei Niederlagen die Rückendeckung der Öffentlichkeit und Experten haben, um sich schützend vor die Mannschaft zu stellen. Dies wäre für mich nach dem EM-Aus nicht mehr uneingeschränkt möglich gewesen», erklärte der frühere Weltklasse- Stürmer und betonte: «Es wäre unfair und egoistisch gegenüber dem DFB, in solch einer Situation einen Zick-Zack-Kurs zu fahren und noch sechs Monate oder ein ganzes Jahr ranzuhängen. Unfair auch vor allem meinem Nachfolger gegenüber, der jetzt die richtige Zeit zur Einarbeitung hat.»