Virus-Infektion wirft Schalker Sand weiter zurück

Virus-Infektion wirft Schalker Sand weiter zurück
Virus-Infektion wirft Schalker Sand weiter zurück
Ebbe Sand (vorn) im EM-Spiel gegen Schweden.

Gelsenkirchen (dpa) – Ausgerechnet der kleine Sohn Mikkel hat Ebbe Sand eine unwillkommene Auszeit beschert. Zwar kann der Stürmer des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 derzeit in seiner dänischen Heimat einen nicht eingeplanten Urlaub mit der Familie verbringen.

Doch wer den 32 Jahre alten Musterprofi kennt, weiß, dass er viel lieber mit dem Revierclub um den Einzug in den UEFA-Pokal und in der Bundesliga um Punkte gekämpft hätte. Doch eine Zecke, die vor Wochen den vierjährigen Filius piesackte, machte Sand einen Strich durch die Rechnung. Der Papa steckte sich an und leidet nun an den Folgen einer viralen Meningitis (Hirnhautentzündung), die ihn außer Gefecht setzt.

Müde und schlapp fühle er sich, zudem habe er Kopfschmerzen, klagte Sand. Zwar ist die Virusinfektion – harmloser als die gefürchtete bakterielle Meningitis – inzwischen auskuriert. Aber ein geregeltes Training ist nach wie vor nicht möglich. Laut Schalkes Teamarzt Thorsten Rarreck rufen selbst geringere körperliche Belastungen wie Laufen einen «erheblichen Erschöpfungszustand» hervor. Daher verordnete Trainer Jupp Heynckes seinem Angreifer in der vergangenen Woche den Erholungsurlaub in Dänemark.

Für den ehrgeizigen Stürmer ein weiterer, ärgerlicher Rückschlag. Ohnehin versäumte Sand einen Teil der Schalker Saison-Vorbereitung, weil er mit Dänemark bis ins EM-Viertelfinale vorstieß. Sand war nach der verlorenen EM-Partie gegen Tschechien, in der er wegen einer Zerrung zum Zuschauen verurteilt war, so enttäuscht, dass er seine Länderspiel-Karriere nach 66 Einsätzen und 22 Toren beendete. Zudem wollte er sich die Doppelbelastung nicht mehr zumuten, Platz machen für Jüngere und sich mehr auf den Verein konzentrieren. «Ich will in Schalke nochmal richtig angreifen.»

Schon zu Beginn der vorigen Saison war Sand durch Verletzungen zurückgeworfen worden. Erst in der zweiten Saison-Hälfte erreichte der Bundesliga-Torschützenkönig von 2000/2001 beinahe die Form früherer Jahre und bewies seinen Kritikern, dass wieder mit ihm zu rechnen ist. Gleich zum Rückrunden-Auftakt erzielte er im Revierderby gegen Borussia Dortmund den 1:0-Siegtreffer und ließ sieben weitere Tore folgen. «Das war eine Riesenbefreiung», sagte der Däne.

Mit der Verpflichtung von Ailton ist die Konkurrenz für Sand, der in 156 Bundesligaspielen für Schalke 62 Mal traf, im Sturm noch größer geworden. Gerald Asamoah ist gut in Form, Ailton trotz Ladehemmung in der Bundesliga gesetzt. Junge Angreifer wie Mike Hanke, Michael Delura oder Kai Hesse drängen zudem nach vorn. Viel Zeit bleibt dem sympathischen Profi (Vertrag bis 2005) nicht mehr, sich seinen 2001 so knapp verpassten Traum doch noch zu erfüllen: «Ich würde so gern mit Schalke deutscher Meister werden.»

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