VfB will nach K.o. Champions-League-Comeback

VfB will nach K.o. Champions-League-Comeback
VfB will nach K.o. Champions-League-Comeback
Kevin Kuranyi (m) müht sich gegen Frank Lampard (l) und Damien Duff (r).

London (dpa) – Gleich nach dem unglücklichen K.o. von Chelsea kündigten die geknickten Schwaben kämpferisch ihr Comeback in der Königsklasse an. «Wir geben alles, um in der kommenden Saison wieder Champions League zu spielen», versprach Pechvogel Fernando Meira.

Das Eigentor des Portugiesen im Hinspiel hatte das Scheitern des VfB Stuttgart im Achtelfinale besiegelt. «Wir haben gesehen, wie schön es ist, dabei zu sein und wollen alles daran setzen, dies zu wiederholen», sagte Mannschaftskapitän Zvonimir Soldo mit leicht gequältem Lächeln nach dem das Aus bedeutenden 0:0 beim FC Chelsea.

Trotz des geplatzten Traums feierten die 3000 nach London mitgereisten VfB-Fans ihre Lieblinge wie Sieger. Rudi Völler verteilte ein dickes Lob und Felix Magath zog ein positives Fazit. «Stuttgart hat in beiden Spielen den besseren Fußball gezeigt», strich der deutsche Teamchef die spielerische Überlegenheit heraus. «Wir haben uns wieder hervorragend verkauft und waren in den insgesamt 180 Minuten mindestens ebenbürtig», meinte VfB-Teammanager Magath. Selbst Chelsea-Coach Claudio Ranieri teilte diese Ansichten: «Wir wollten besser spielen, Stuttgart mehr unter Druck setzen. Aber das war nicht möglich.»

Der Bundesligadritte hat sich laut Magath nicht nur gegen die Millionentruppe des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch «hervorragend verkauft», sondern bei seinen acht Auftritten in der Champions League «Stuttgart und den deutschen Fußball bestens vertreten». Glanzlicht war sicher der 2:1-Triumph gegen das nun ebenfalls gescheiterte Starensemble von Manchester United. Aber auch gegen Glasgow Rangers und Panathinaikos Athen hatten die Schwaben gezeigt, dass sie längst nicht mehr zur Fußball-Provinz zählen.

«Wenn wir mit unserem bescheidenen schmalen Budget in der Lage sind, gegen ein mit Stars gespicktes Team zu bestehen, ist das schon bemerkenswert», strich Magath die Leistung gegen den Londoner Nobelclub heraus. Der FC Chelsea sei nicht irgendwer, sondern der Verein, der am meisten in seine Mannschaft investiert habe. Während der Tabellenzweite der englischen Premier League im Viertelfinale nun weitere Millionen scheffeln kann, ist für die klammen Schwaben der internationale Geldregen vorerst versiegt. Aber mit knapp 20 Millionen Euro brutto konnte der Club die größte Einnahme seiner Geschichte verbuchen.

«Wir haben mehr erreicht, als wir erhoffen konnten», bilanzierte VfB-Präsident Erwin Staudt das sportliche und finanzielle Ergebnis. Dabei wäre sogar noch mehr drin gewesen: Hauptursache für das Scheitern war schließlich die Stuttgarter Sturmschwäche. «Leider haben sie kein Tor geschossen», umschrieb Völler das sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehende Manko. «Wenn man in 180 Minuten nicht in der Lage ist, ein Tor zu schießen, kann das als Grund angegeben werden», räumte Magath ein.

Symptomatisch für die Krise vor dem gegnerischen Kasten ist Kevin Kuranyi, der seit nunmehr 645 Minuten nicht mehr getroffen hat. «Wir haben alles gegeben, alles gezeigt, was wir können. Uns hat nur das Tor gefehlt», sagte der Nationalstürmer. Er und seine Kollegen wollen diesen Missstand schon gegen den TSV 1860 München beheben. Dann soll der erste Schritt für die Rückkehr auf die große internationale Fußball-Bühne gemacht werden. «Die Champions League ist uns lieber als der UEFA-Cup», gab Magath als Minimalziel den momentan dritten Platz in der Bundesliga aus.