Showdown im Meisterkampf

Showdown im Meisterkampf
Showdown im Meisterkampf
Michael Ballack (l) foult 2004 den Bremer Frank Fahrenhorst.

Düsseldorf (dpa) – In der Fußball-Bundesliga ist die Zeit der Endspiele angebrochen. Mit der Partie von Spitzenreiter FC Bayern München gegen den Tabellendritten SV Werder Bremen geht der Kampf um die Meisterschaft in seine entscheidende Phase.

Nur eine Woche später trifft die Mannschaft von Trainer Felix Magath auf den derzeit punktgleichen Verfolger FC Schalke 04. Rechtzeitig vor der wohl wichtigsten Woche der Saison, in der zudem noch das Champions- League-Rückspiel bei Arsenal London ansteht, strotzen die Bayern vor Selbstvertrauen. «Wir müssen den Bremern die Grenzen aufzeigen», forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, «wenn wir gewinnen, ist Werder weitestgehend aus dem Rennen.»

Der 7:0-Kantersieg im Pokal-Viertelfinale beim SC Freiburg hat für zusätzlichen Rückenwind gesorgt. Einen ähnlichen Reinfall wie vor zehn Monaten, als die Bremer nach dem 3:1 im Olympiastadion ihren vierte deutsche Meisterschaft feierten, fürchtet momentan niemand. Und doch ist der Respekt vor dem Gegner aus gutem Grund groß: Schließlich konnte der FC Bayern keines der letzten vier Spiele vor heimischer Kulisse gegen die Norddeutschen gewinnen. Zudem stellen sie die beste Rückrunden-Mannschaft. Im Anschluss an den mühelosen 3:0-Pokalsieg bei den «kleinen Bayern» am Dienstag schwor Werder-Abwehrchef Valérien Ismael seine Mitstreiter auf das Gipfeltreffen ein: «Es ist ein Finale, unsere letzte Chance.»

Verfolger Schalke hofft auf Schützenhilfe des Titelverteidigers. Bei einem Punktverlust der Münchner könnte der Revierclub erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernehmen. Das setzt jedoch einen Sieg im Lokalderby beim abstiegsbedrohten VfL Bochum voraus. Das Selbstbewusstsein ist ähnlich ausgeprägt wie das der Bayern: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen. Auf Bochum lastet der größere Druck. Ich habe den Eindruck, dass der VfL zuletzt nicht besonders gut mit Druck zurechtgekommen ist», sagt Schalke-Coach Ralf Rangnick.

Von ähnlich vorentscheidender Bedeutung wie die Partie in München ist die zwischen Mainz und Freiburg. Da der Aufsteiger in den letzten neun Begegnungen nur einen Punkt verbuchte, ist der Tabellenkeller bedrohlich nahe gerückt. Vor dem «Abstiegs-Endspiel» hofft Trainer Jürgen Klopp auf den Befreiungsschlag: «Für uns ist das ein wahnwitzig wichtiges Spiel. Ich bin inspiriert von der Chance, einen großen Schritt nach vorn zu machen.» Wie bei Klopp sind bei dessen Gegenüber Volker Finke derzeit psychologische Fähigkeiten gefragt. Viel wird davon abhängen, wie seine Profis die Pokalschlappe gegen München verarbeitet haben. Ausgerechnet Bayern-Coach Magath sprach Finke Mut zu und glaubt an eine Trotzreaktion: «Das 0:7 ist eigentlich gut für Freiburg – auch wenn es komisch klingt.»

Im Rennen um die Europacup-Plätze kommt dem Duell des Hamburger SV mit Bayer 04 Leverkusen eine besondere Bedeutung zu. «Ein Sieg wäre für mich das einzige erträgliche Ergebnis», sagte Klaus Augenthaler voller Hoffnung auf einen Big Point. Allerdings muss der Tabellen- Fünfte mit hartnäckiger Gegenwehr rechnen: Nach dem 1:4 am vorigen Wochenende bei Hertha BSC haben sich die Hamburger viel vorgenommen. «Wir brennen auf das Spiel. Wir werden anders auftreten und wollen zeigen, dass das ein Ausrutscher war», sagte HSV-Trainer Thomas Doll.

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