«Rote Teufel» setzen auf Fußball-AG

«Rote Teufel» setzen auf Fußball-AG
«Rote Teufel» setzen auf Fußball-AG
Plakat zeugen vor der Jahreshauptversammlung des 1. FCK vom Willen der Mitglieder.

Kaiserslautern (dpa) – Der in Finanznöten steckende 1. FC Kaiserslautern will mit Hilfe von Investoren seine Existenz in der Fußball-Bundesliga sichern.

Nach dem Votum der Mitglieder für eine Ausgliederung der Lizenzabteilung werden die Pfälzer dem Beispiel anderer Vereine folgen und sich im kommenden Jahr in eine Aktiengesellschaft umwandeln. «Es kommt keine andere Form in Frage», erklärte Vorstandschef René C. Jäggi nach dem Abstimmungserfolg bei der Mitgliederversammlung.

Die «Roten Teufel», die mit einem Eigenkapital von lediglich 572 000 Euro wirtschaftlich so gut wie handlungsunfähig sind, setzen bei der Neustrukturierung auf das Netzwerk von Jäggi. «Er kennt unheimlich viele Leute auf der ganzen Welt, hat vor seinem Engagement in Kaiserslautern einen Weltkonzern wie adidas saniert. Nicht viele Vereine haben einen solchen Vorstandsvorsitzenden», erklärte Aufsichtsratschef Walter Ruda.

Jäggi hat bereits seine Fühler nach Investoren ausgestreckt, die Geld in den Verein pumpen könnten. Kontakte nach Japan und Südkorea wollte er zwar nicht bestätigen, Zweifel an seinem Ziel ließ er aber nicht. «Ich strebe einen Betrag von fünf bis zehn Millionen Euro an», sagte Jäggi. Dem Beispiel des FC Bayern München folgend, würde Jäggi am liebsten einen strategischen Partner gewinnen, der die Zukunft am Betzenberg langfristig sichert. «Potenzielle Geldgeber stehen derzeit nicht Spalier», sagte der Schweizer zu dem Problem, das bis zum Beginn der nächsten Saison gelöst werden muss.

Die finanzielle Situation ist nicht gerade ermutigend, zumal die im Sanierungskonzept festgeschriebene Absicherung durch Stadt und Land am 30. Juni 2005 ausläuft. In der nächsten Saison müssen die in den vergangenen zwei Jahren bereits um zehn Millionen Euro reduzierten Gehaltskosten daher noch einmal um drei Millionen auf 14 Millionen Euro gekürzt werden. «Damit liegen wir am Ende der Bundesliga», stellte der FCK-Chef fest. Eine Kreditaufnahme ist bei der geringen Eigenkapitalquote von 1,7 Prozent nicht möglich, die Marketingverträge sind über längere Zeiträume abgeschlossen worden, und die TV-Gelder werden nach Jäggis Ansicht weiter unter Druck geraten.

«Es muss frisches Geld her», beschwört Jäggi, der in den Verhandlungen vor allem mit der Tradition des Vereins wirbt. «Die klassischen Investmenthäuser wollen die Rendite Geld. Die werden wir hier nicht herbekommen. Es gibt aber auch die Rendite Emotion. Es muss jemand sein, der das schätzt, was er hier hat», beschrieb Jäggi seinen Wunsch-Investor. «Solche Leute wie Herr Abramowitsch, der nur zum Geldverdienen in die Pfalz kommen würde, brauchen wir nicht», beschwichtigte Jäggi die Kritiker, die einen Ausverkauf befürchten.

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