Neuer Infantino-Vorstoß für Club-WM

Neuer Infantino-Vorstoß für Club-WM
Bildhinweis: Gianni Infantino ist der Präsident der FIFA. Foto: Dmitri Lovetsky

Kigali (dpa) – Der Machtkampf um die Zukunft der Club-WM und ein Milliarden-Dollar-Angebot für internationale Wettbewerbe geht fernab der großen Fußball-Bühne in die nächste Runde.

Beim Treffen des FIFA-Councils in der ruandischen Hauptstadt Kigali will Weltverbandschef Gianni Infantino sein Werben für die Reformen der Vereins-Weltmeisterschaft und einer neuen Global Nations League erneuern.

Aber auch die Änderungen zu den ursprünglichen Reformplänen dürften bei der Sitzung mit DFB-Präsident Reinhard Grindel als deutschem Vertreter am Freitag auf deutliche Opposition aus Europa treffen. «ie wirtschaftliche Ausstattung dieser Wettbewerbe und die Namen der Investoren kennen wir auch nicht», sagte Grindel der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Insoweit kann ich auch nicht sagen, ob Investoren aus Saudi-Arabien an den Wettbewerben interessiert sind. Wir brauchen jetzt eine klare Entscheidung, dass den zuständigen FIFA-Gremien alle Informationen offengelegt und die Beratungen im Hinterzimmer beendet werden.»

Als Punkt 4 steht die «Zukunft von Wettbewerben» auf der Agenda – übereinstimmenden Medienberichten zufolge will Infantino dabei ein überarbeitetes Konzept präsentieren. So soll die Club-WM weiterhin jährlich stattfinden, aber von Dezember in den Sommer rücken und auf mehr Teams als bislang sieben ausgeweitet werden. Der ursprüngliche Plan sah eine Club-WM mit 24 Teilnehmern im Sommer alle vier Jahre vor. Zusätzlich ist weiterhin die Idee einer weltweiten Nations League auf dem Tisch.

In Ruanda dürfte es nicht um die sofortige Abstimmung über die Vorhaben gehen. Vielmehr könnte sich Infantino eine generelle Zustimmung von den Council-Mitgliedern sichern, dass die bisherige Club-WM und der Confederations Cup abgelöst werden sollen. Details würden dann in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. «Ich bin strikt gegen eine Entscheidung über die Einführung einer neuen Club-WM oder globalen Nations League in Kigali, weil wichtige Grundlagen für eine solch weitreichende sportpolitische Weichenstellung fehlen», sagte Grindel.

Bislang unbekannte Geldgeber hatten mit ihrem versprochenen Investment in Höhe von insgesamt 25 Milliarden US-Dollar für Wirbel gesorgt. Hinter dem Angebot soll Medienberichten zufolge unter anderem der japanische Telekommunikationskonzern Softbank stecken, die FIFA macht hierzu keine Angaben.

Die Pläne waren auf deutlichen Widerstand aus der Europäischen Fußball-Union und der European Club Association ECA gestoßen und zuletzt abgeschmettert worden. Auf Anfrage zur neu entbrannten Debatte verweist die UEFA nun auf frühere Äußerungen.

«Ich kann es nicht akzeptieren, dass einige Menschen, die von der Jagd nach Profiten geblendet sind, in Erwägung ziehen, die Seele von Fußballturnieren an nebulöse, private Fonds zu verkaufen», hatte Kontinentalverbandspräsident Aleksander Ceferin vor EU-Sportministern im Mai in Brüssel gesagt. «Geld regiert nicht – und das Modell des europäischen Sports muss respektiert werden. Der Fußball steht nicht zum Verkauf. Ich werde nicht zulassen, dass jemand diese Strukturen auf dem Altar eines zu höchst zynischen und rücksichtslosen Merkantilismus opfert.»

Infantino strebt im kommenden Jahr seine Wiederwahl im Amt des FIFA-Präsidenten an. Dabei hatte er den Mitgliederverbänden signifikant größere Ausgaben für die weltweite Entwicklung des Fußballs versprochen – gesicherte Einnahmen in Milliarden-Höhe kämen da gerade recht.

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