Oranje ist wieder da: Beste Generation seit Robben und Co.

Oranje ist wieder da: Beste Generation seit Robben und Co.
Bildhinweis: Die niederländische Nationalmannschaft besiegte Weltmeister Frankreich in Rotterdam mit 2:0. Foto: Peter Dejong/AP

Gelsenkirchen (dpa) – Auf der kurzen Busfahrt nach Gelsenkirchen war die Stimmung im Oranje-Lager bestens. Den Weltmeister geschlagen, den Erzrivalen in die Zweitklassigkeit der Nations League befördert und nun sogar noch die Chance auf das Endturnier im neuen Wettbewerb.

Nach Jahren der Tristesse herrscht in den Niederlanden eine neue Fußball-Euphorie. «Es ist schön, das zu erleben», sagte Bondscoach Ronald Koeman in Gelsenkirchen. «Und die Mannschaft weiß, dass sie mit ihren Leistungen dazu beiträgt. Wir haben das Spiel gegen Frankreich genossen und da sehr erwachsen gespielt.»

Gegen die DFB-Elf reicht der Elftal nach dem fulminanten 2:0 gegen Weltmeister Frankreich nun am Montag (20.45 Uhr) auf Schalke bereits ein Punkt, um sich für das Endturnier in Portugal im kommenden Sommer zu qualifizieren. «Ein holländisches Fest bei einem abgestiegenen Deutschland? Das wäre toll», sagte der neue Mittelfeldstar Frenkie de Jong im TV-Sender Veronica keck.

Ansonsten hielten sich Spieler, Medien, und Experten aber mit Sticheleien gegen den großen Nachbarn zurück. «Natürlich ist gesunde Konkurrenz zwischen den beiden Mannschaften noch da. Gegen Holland verliert kein Deutscher gern – und umgekehrt. Aber alles bleibt im sportlichen Rahmen, das ist gut», sagte der neue Sportdirektor Nico-Jan Hoogma der «Bild am Sonntag».

Zusammen mit Koeman ist es dem früheren HSV-Profi Hoogma in einem Dreivierteljahr gelungen, ein neues Team zu formen, das Spaß macht und international wieder mithalten kann. Nachdem die Niederländer sowohl die EM 2016 als auch die WM 2018 verpasst hatten, sieht die Zukunft im Land des Europameisters von 1988 nun wieder vielversprechend aus. «Dass wir gegen den Weltmeister gewinnen, das hätte noch vor kurzem keiner für möglich gehalten», sagte der gerade einmal 21 Jahre de Jong von Ajax Amsterdam.

Gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Teamkollegen Matthijs de Ligt ist de Jong der neue Star im Oranje-Land. Schon beim den Nachbarn demütigenden 3:0 gegen Deutschland im Oktober ließ der Spielmacher sein Talent immer wieder aufblitzen. Gegen Frankreich gelang ihm das nun sogar über 90 Minuten. «Die Generation, die nun kommt, ist mit jener zu Beginn des Jahrhunderts zu vergleichen, als van Persie, Robben, van der Vaart und Sneijder kamen», meinte der renommierte Journalist Simon Kuper. «Seit Sneijder für Oranje debütiert hat, habe ich keinen niederländischen Spieler mehr gesehen, der so Fußball spielen kann wie Frenkie de Jong.»

Der Stimmungsumschwung in den Niederlanden ist allgegenwärtig. «Als ob sie aus einem Brunnen voller Selbstvertrauen getrunken haben, so spielt sich das Oranje von Bondscoach Ronald Koeman zum Status einer Topmannschaft im Werden», schrieb «de Volkskrant» am Samstag und fragte: «Wer ist eigentlich der Weltmeister?»

Gegen Deutschland will die Elftal den Aufschwung nun fortsetzen. Allerdings erwartet Georginio Wijnaldum große Gegenwehr, auch wenn es für das Team von Bundestrainer Joachim Löw nur noch ums Prestige geht. «Einfach wird es nicht. Sie werden was zeigen wollen, auch wenn sie schon abgestiegen sind», sagte der Mittelfeldspieler vom FC Liverpool. «Aber wir dürfen noch nicht zufrieden sein. Jetzt wollen wir die Gruppe auch gewinnen.»

Koeman sieht sein Team trotz der jüngsten Erfolge gegen Deutschland nicht in der Favoritenrolle: «Das Hinspiel hätte auch anders ausgehen können. Ich glaube, es wird schwieriger als gegen Frankreich. Deutschland spielt Angriffsfußball. Darauf müssen wir uns einstellen. Aber wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen.»

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