Magath plädiert für Hitzfeld – Kritik an Spieler-Belastung

München (dpa) – Bayern Münchens neuer Trainer Felix Magath hat wie zuvor einige seiner Kollegen für ein Engagement seines Vorgängers Ottmar Hitzfeld als Bundestrainer plädiert.

Der zurückgetretene Rudi Völler habe eine «super Arbeit» geleistet und sich in eine Position gebracht, die ein anderer nur schwer erreichen werde, sagte Magath der dpa. «Aber wenn einer das kann, dann ist es Ottmar Hitzfeld. Deswegen hoffe ich für uns alle, dass er diese Aufgabe übernimmt und die Nationalmannschaft für 2006 vorbereitet. Ich halte ihn für den einzigen, der das schaffen kann», so Magath.

Zwei Jahre bis zur Weltmeisterschaft im eigenen Land seien keine sehr lange Zeit, meinte er. «Ich glaube, jetzt ist nicht die Zeit für Experimente. Sondern man muss den Besten nehmen, den man kriegen kann. Und das ist Ottmar Hitzfeld.» Der frühere Bayern-Coach habe gezeigt, dass er in der Lage sei, mit einem großen Ensemble von Stars umzugehen. «Und das ist es ja, was vor allem bei der Nationalmannschaft gefragt ist.»

Nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der EM in Portugal muss sich nach Ansicht Magaths im deutschen Fußball einiges an Einstellungen ändern. «Wir müssen nach diesem Misserfolg bei der EM wieder zurückkehren und auch mal wieder bei uns begreifen, dass wir mittlerweile Nachholbedarf haben.» In den vergangenen Jahren hätten Einzelerfolge immer wieder überdeckt, dass der deutsche Fußball im Ausland seit längerem sehr kritisch gesehen werde.

«Wir müssen endlich mal wieder begreifen, dass bei den Spielern, den Vereinen und auch beim DFB der Fußball selbst wieder mehr im Mittelpunkt stehen muss als das Drumherum», kritisierte Magath die Branche und die hohe Belastung für die Nationalspieler. «Jeder und alle haben Einfluss. Die Medien, die Sponsoren, die Zuschauer, die Fans, die Verbände beanspruchen die Spieler», meinte er. «Kein Urlaub, im Winter noch Länderspielreisen – und das alles geht immer auf die Nationalspieler. Auf die, die am meisten beansprucht werden.» Nach Meinung des Bayern-Trainers ist es «allerhöchste Zeit, dass wir da ein bisschen korrigieren».