Löw will weiter junge Spieler integrieren

Löw will weiter junge Spieler integrieren
Bildhinweis: «Wir müssen schauen, dass wir die nächsten zwei bis vier Jahre einige junge Spieler integrieren», sagte Löw. Foto: Thomas Frey

London (dpa) – Joachim Löw lauschte den Ausführungen der internationalen WM-Analyse, als er selbst vor den Kollegen aus aller Welt noch einmal zum deutschen Aus befragt wurde.

Der 58-Jährige erhob sich wie gewünscht von seinem Platz und nannte ein wenig überrascht noch einmal wesentliche Gründe für das historische Scheitern der DFB-Auswahl bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

«Uns haben irgendwie nach der langen Zeit an der Spitze die letzten Prozentpunkte gefehlt, was das Feuer, die Leidenschaft und diese Gier angeht, unbedingt einen Titel gewinnen zu wollen», sagte der 58-Jährige am Sonntag beim FIFA-Fußballkongress in London. Einige Spieler seien zudem nicht in guter Form gewesen, taktisch habe man auch Fehler gemacht.

Für die nächste EM und WM kündigte Löw an, den Umbau im Nationalteam fortzusetzen. «Wir müssen schauen, dass wir die nächsten zwei bis vier Jahre einige junge Spieler integrieren», sagte Löw. Man wolle neues Blut im Team haben und «neue Impulse setzen». Für seine offenen Worte bekam der Bundestrainer von der Bühne die Anerkennung von Marco van Basten, dem Vorsitzenden der FIFA-Abteilung für Technische Entwicklung, ausgesprochen. «Wir reden immer viel über die, die gewinnen», sagte der Niederländer. Aber man lerne eben auch sehr viel von dem, der verliere – und deshalb danke er Löw besonders für dessen Aussagen.

Am Vortag der Weltfußballerwahl in der britischen Hauptstadt setzten sich Trainer und Vertreter von 190 FIFA-Mitgliedsverbänden noch einmal mit dem großen Turnier in diesem Sommer in Russland auseinander. Die Konferenz ist nach Angaben des Weltverbandes die größte Zusammenkunft von Fußballexperten, die je von der FIFA organisiert wurde.

Die Technische Studien-Gruppe, die in Russland von Brasiliens Weltmeistertrainer Carlos Alberto Parreira geleitet wurde, teilte die Ergebnisse ihrer Analysen der 64 Spiele in Russland mit. Der Bericht wird aus Rechtegründen allerdings erst Mitte Oktober veröffentlicht. In London wurde über die veränderte Rolle der Spielmacher, die gestiegene Wichtigkeit der Standards und einen Anstieg der Trefferzahl gesprochen. Zwar fielen 2014 noch zwei Treffer mehr als in Russland, aber im Vergleich zu den Turnieren davor ist die Zahl deutlich gestiegen.

Nach dem Vorrunden-Aus von vier der letzten fünf Weltmeister hob auch Frankreichs Erfolgstrainer Didier Deschamps in einem rund einstündigen Interview die große Herausforderung einer Titelverteidigung hervor. «Es ist sehr schwierig, da oben anzukommen. Sich da zu halten, ist noch schwieriger», sagte der 49-Jährige.

«Da muss man aufpassen und vielleicht noch mehr fordern. Der Fußball ist keine exakte Wissenschaft», wurde Deschamps übersetzt. «Das Ziel ist natürlich, oben zu bleiben und sich zu verbessern». Die eigenen Stärken müsste man aber beibehalten.

Frankreich selbst erwischte es vier Jahre nach dem Weltmeisterschaftstitel 1998 bei der WM 2002 in Südkorea und Japan. Damals schied die Équipe Tricolore wie Deutschland in diesem Jahr als Letzter der Vorrundengruppe aus.

Deschamps wies auch darauf hin, wie wichtig die Zusammenstellung des Kaders für den Erfolg sei. «Es bedeutet nicht unbedingt, dass man die individuell besten 23 Spieler nimmt. Es gibt auch menschliche Faktoren, die sehr wichtig sind», sagte der Franzose.

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