Kein Urteil gegen Einsatzleiter der Hillsborough-Katastrophe

Kein Urteil gegen Einsatzleiter der Hillsborough-Katastrophe
Bildhinweis: Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer der Hillsborough-Katastrophe aus dem Jahr 1989. Foto: Lars Reinefeld/dpa

Preston (dpa) – Im Gerichtsprozess gegen den früheren britischen Polizeibeamten David Duckenfield, der vor 30 Jahren bei der Hillsborough-Katastrophe Einsatzleiter war und sich wegen fahrlässiger Tötung in 95 Fällen verantworten musste, ist die Jury am Preston Crown Court zu keinem Urteil gekommen.

Die britische Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) kündigte an, dass sie ein Wiederaufnahmeverfahren gegen den 74-Jährigen anstrebt. Der frühere Geschäftsführer des Fußballclubs Sheffield Wednesday, Graham Mackrell (69), wurde indes wegen Missachtung geltender Sicherheitsvorschriften im Stadion schuldig gesprochen.

Beim Fußball-Pokalspiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadion von Sheffield waren 95 Menschen im Gedränge einer völlig überfüllten Zuschauertribüne ums Leben gekommen. Ein weiterer Mann starb später an den Folgen seiner Verletzungen. Weitere 766 Fans wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Anhänger des FC Liverpool. Nach jahrelangem Streit um die Schuldfrage entschied 2016 ein Gericht nach einer unabhängigen Untersuchung, dass die Katastrophe kein Unfall war, sondern durch das Fehlverhalten der Polizei mitverursacht wurde.

Die Anklage gegen einen Polizeibeamten, dem im Zusammenhang mit der Katastrophe Fehlverhalten in mehreren Fällen vorgeworfen worden war, war bereits im August 2018 fallen gelassen worden. Das Verfahren gegen Sir Norman Bettison (62) war aufgrund der geänderten Beweislage eingestellt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft damals mit, es habe keine realistische Aussicht auf eine Verurteilung gegeben.

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