Ajax-Talente wollen auch Juve zu Fall bringen

Ajax-Talente wollen auch Juve zu Fall bringen
Bildhinweis: Will mit Ajax gegen Juve für die nächste Sensation sorgen: Coach Erik ten Hag. Foto: Marius Becker

Turin (dpa) – Das Wichtigste vorweg: Frenkie de Jong steht Ajax Amsterdam im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals bei Juventus Turin am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) wohl zur Verfügung.

«Ich denke, dass er spielen kann gegen Juve», sagte sein Berater Ali Dursun vor dem Ajax-Abflug in Richtung Italien. Trotz leichter Muskelverletzung ging de Jong an Bord – und das dürfte nicht nur bei Ajax-Coach Erik ten Hag für Erleichterung sorgen. Denn der 21-Jährige ist nicht nur so etwas wie Herz und Gehirn dieser jungen Mannschaft, sondern steht auch sinnbildlich für den begeisternden Ajax-Fußball in dieser Saison.

De Jong ist der zentrale Baustein in der Ajax-Achse. Sie beginnt in der Abwehr mit dem 19 Jahre jungen Kapitän Matthijs de Ligt, geht im Mittelfeld über de Jong und den 21-jährigen Donny van de Beek weiter und endet im Angriff bei Hakim Ziyech, Dusan Tadic und David Neres. Mit Hochgeschwindigkeitsfußball hatte Ajax im Achtelfinale bereits Titelverteidiger Real Madrid im Santiago Bernabeu mit 4:1 bezwungen. Bei Juve und Cristiano Ronaldo soll nach dem 1:1 im Hinspiel nun die nächste Überraschung folgen. Einige Ajax-Fans träumen bereits vom ersten Erfolg in der Königsklasse seit 24 Jahren.

«Natürlich sind wir die neuen Kids im Block», sagte de Jong. «Aber ich glaube, dass wir jedem gezeigt haben, dass wir auf dem gleichen Level wie die anderen Teams spielen.» Das hat in dieser Saison nicht nur Real zu spüren bekommen, auch der FC Bayern München war in der Gruppenphase nicht über zwei hart erkämpfte Remis gegen Amsterdam hinausgekommen. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine Weiterentwicklung des von Rinus Michels in den 70er-Jahren eingeführten totalen Fußballs. Die hochtalentierte Elf des niederländischen Tabellenführers spielt offensiv und aggressiv – verliert aber auch in der Defensive nur selten die Balance.

«Es geht darum, so viel wie möglich in der gegnerischen Hälfte zu spielen. Alle greifen an, und alle verteidigen», sagte Trainer ten Hag in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung». Und dieser begeisternde Ansatz ist längst nicht nur Real oder den Bayern, sondern auch anderen Topclubs in Europa bekannt. De Jongs Wechsel zum FC Barcelona im kommenden Sommer ist bereits fix, Abwehrspieler de Ligt könnte ihm demnächst folgen. Weil auch etliche andere Ajax-Spieler in den Fokus der Großen geraten sind, gibt sich ten Hag keinen Illusionen hin.

«Ja», lautete seine klare Antwort auf die Frage, ob diese Generation auseinanderbrechen werde. «Es gibt fünf, sechs Clubs, die bestimmen die Preise, und die bestimmen, wann Talente zu ihnen wechseln. Da sind wir Kleinen chancenlos.» Noch ist es aber längst nicht so weit – und ohne Chance ist Ajax bei Cristiano Ronaldo und Co. ganz sicher nicht.

Ins zweite Viertelfinale am Dienstag geht der FC Barcelona um Lionel Messi gegen Manchester United mit einem 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel. Am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) muss Jürgen Klopps Team des FC Liverpool beim FC Porto das 2:0 aus dem Hinspiel verteidigen. Manchester City will im englischen Duell daheim ein 0:1 gegen Tottenham Hotspur noch wettmachen.

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