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Krawalle erschüttern «Club»

Frankfurt/Main (dpa) - 06.04.2008, 15:18 Uhr

Nürnbergs Präsident Roth versteht in Frankfurt die eigenen Fans nicht.
Nürnbergs Präsident Roth versteht in Frankfurt die eigenen Fans nicht.
 
 

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Nach den Ausschreitungen beim Spiel in Frankfurt bangt Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg um seinen Ruf. Den Franken droht zudem wie Gastgeber Eintracht Frankfurt eine empfindliche Geldstrafe, im schlimmsten Fall sogar eine Platzsperre oder ein Punktabzug.

«Natürlich schießen einem solche Gedanken durch den Kopf», meinte Nürnbergs Manager Martin Bader, der sich die Vorfälle in der Commerzbank-Arena nicht erklären konnte. «Vieles ist möglich», sagte der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für Rechtsfragen zuständige Vizepräsident Rainer Koch. Vorgreifen wollte er dem an diesem Montag beginnenden Verfahren der DFB- Sportgerichtsbarkeit damit aber nicht.

«Wir bemühen uns eigentlich sehr intensiv um unsere Fans, doch irgendwann ist man machtlos», gestand Nürnbergs Manager Bader. Zusammen mit Präsident Michael A. Roth hatte er versucht, die aufgebrachte «Meute» zu beruhigen. Schiedsrichter Peter Gagelmann hatte die Partie am Samstag in der 30. Minute beim Stand von 1:1 für rund 20 Minuten unterbrochen, nachdem wiederholt Knall- und Feuerwerkskörper aus dem Nürnberger Fanblock in den Innenraum und auf das Spielfeld geflogen waren. «Wenn auch nur eine weitere Rakete oder Böller geflogen wären, hätte ich das Spiel sofort abgebrochen», sagte Gagelmann.

 

Bereits vor dem Spiel hatten Anhänger der Franken am Frankfurter Hauptbahnhof nach Angaben der Polizei vom Sonntag Böller auf die Bahngleise geworfen. Dabei seien mehrere Beamte der Bundespolizei verletzt worden. Insgesamt wurden 22 Personen bis zum Abend vorübergehend festgenommen.

«Es wird gegen beide Vereine ermittelt werden», kündigte Koch am Sonntag in der Sendung «Doppelpass» im «Deutschen Sportfernsehen» (DSF) an. Erst am 23. Februar waren beim Spiel VfB Stuttgart gegen Karlsruher SC Leuchtraketen aus dem KSC-Fanblock aufs Spielfeld abgefeuert worden. Beide Vereine erhielten damals hohe Geldstrafen.


Für FCN-Coach Thomas von Heesen hätte ein Abbruch der Partie am Samstag fatale Folgen gehabt. «Dann wäre hier das totale Chaos ausgebrochen», meinte der Coach. Er wunderte sich, wie die Krawallmacher Böller und Raketen ins Stadion bekommen hätten. Unverständnis darüber herrschte auch bei Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen: «Wir können uns von der Verantwortung als Veranstalter nicht freisprechen. Wir müssen unsere Sicherheitsvorkehrungen weiter überprüfen, damit wir keine italienischen Verhältnisse bekommen.»

Patrick Meyer, Stadionchef der Frankfurter Commerzbank-Arena, ärgerte sich besonders über die Leuchtrakete, die bei der Einlasskontrolle nicht entdeckt worden war. «Böller zu finden, ist sehr schwierig. (...) Aber eine Rakete hat ja eine gewisse Größe, dass diese ins Stadion kommt, darf nicht passieren», sagte Meyer in der Zeitung «Die Welt». Der Vorsitzende der Vereinigung deutscher Stadionbetreiber, Joachim Thomas, forderte ein lebenslanges Stadionverbot für Zuschauer, die Leuchtraketen oder Böller auf das Spielfeld werfen. «Diese Chaoten haben in unseren Stadien nichts zu suchen. Wir müssen abschreckende Maßnahmen treffen.»

Der DFB hatte erst jüngst die Richtlinien für Stadionverbote gelockert. Mit den Aktionen in Frankfurt könnten die anscheinend untereinander zerstrittenen «Club»-Anhänger allen Fußballfans in Deutschland großen Schaden zugefügt haben. Bader will deshalb hart gegen die Krawallmacher vorgehen und «ein Exempel statuieren». Bruchhagen sieht dies genauso: «Wir werden vor diesen Vollidioten nicht resignieren.»

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